Eine Stätte der Kommunikation

Bischof Wanke zur Einweihung des Neubaus

Anlässlich der Einweihung des Neubaus des St. Benno Verlages am 19. September 1997 predigte der Erfurter Bischof Joachim Wanke. Der Tag des Herrn dokumentiert Auszüge:

Wenn wir heute ein neues Gebäude einweihen, ist das Anlass, dankbar an jene zurückzudenken, die in schwerer Zeit dem Verlag Grund, Halt und Gestalt gegeben haben. Frauen und Männer, die nach dem Krieg nach Möglichkeiten Ausschau hielten, die Verkündigung im damaligen Ostteil Deutschlands zu unterstützen. Wenn wir an all das denken, was der Verlag leisten konnte, wie wichtig er für das Leben unserer Gemeinden war, welche Aufgaben Verlag und Kirchenzeitung unmittelbar in der Verkündigung wahrgenommen haben, dann müssen wir dankbar sagen: All das war von Gott gesegnet und hat geholfen, dass die Generation vor uns und wir selbst der Kirche Gestalt geben konnten...

Wir schauen auch auf das, was uns heute und morgen aufgetragen ist. Da ist das neue Gebäude. Und da ist die Aufgabe in veränderter Zeit, die vor dem Verlag steht. Bischöfe werden oft zu Einweihungen eingeladen. Es ist immer ein ambivalentes Gefühl: Vieles ist erneuerungsbedürftig, braucht einen neuen Anfang. Bei manchem fragt man etwas bänglich: Wird es Zukunft haben? Werden wir die Kraft finden, das, was zeichenhaft begonnen wird, durchzutragen? Wenn wir heute dem St. Benno Verlag ein neues Gebäude zur Verfügung stellen und den Segen Gottes erbitten, dürfen wir ein gutes Gefühl haben...

Ich möchte einen ersten Gedanken nennen: Diese Einweihung ist ein Zeichen für die Einwurzelung unserer Kirche in diesem Land. Das ist ein wichtiges Signal, das die Menschen hier erreicht - genauso wie andere neue oder alte Institutionen, die wir gründen oder fortführen. Die Ortskirche in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, im Berliner und Brandenburger Raum, in den neuen Ländern, braucht die Unterstützung durch das Apostolat des Wortes...

Man könnte fragen, wäre manches nicht technisch, finanziell, marktwirtschaftlich leichter von Freiburg im Breisgau oder von Köln aus für die neuen Länder zu erledigen. Man mag so sprechen, wenn man nur marktwirtschaftlich denkt. Aber ein christlich-katholischer Verlag in Leipzig ist ein Signal dafür, dass Kirche hier vor Ort präsent sein will... Es bedarf unserer gemeinsamen Anstrengung, dieses Signal mit Leben zu erfüllen...

Ein zweiter Gedanke liegt mir am Herzen: Jesus verkündet in Judäa, in Galiläa, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, er ist mitten unter den Menschen. Ich meine, dass um den Verlag eine Stätte der Kommunikation entstehen muss, eine Stätte des Dialogs mit unserer Zeit hier in den neuen Ländern - geprägt von Wende- und Nachwendeerfahrungen. Jesus hat in seiner Verkündigung nicht nur gesprochen, sondern auch gehört. Er hat die Erfahrungen der Menschen seiner Zeit einbezogen, um zu überlegen, um zu fragen, wie Gottes Wort sich einwurzeln kann in die Herzen, in das Leben der Menschen. Darum brauchen wir eine Kirche des Dialogs. Wir brauchen eine Kirche, wir brauchen Gemeinden, die sich öffnen...

Die Kirche in den neuen Ländern sollte für die Menschen eine Kirche der Entlastung sein, eine Kirche, in der Menschen Zuflucht finden vor der Vielzahl der heutigen Bedrängnisse... Hier könnte der Verlag helfen, wenn er nicht nur strenge Theologie publiziert, sondern auch Lebenshilfe und manches an Wegweisung auch in den nichtkirchlichen Raum hinein anbietet ...

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